Donnerstag, 28. August 2014

Zurück in der Heimat

Nun bin ich wieder da.
Nach 10 Tagen Rückreise über die Türkei, Griechenland und Italien, bin ich wieder in Deutschland gelandet und das Leben geht einfach weiter. Ich bin froh nicht direkt von Tel Aviv nach Köln geflogen zu sein, sondern 10 Tage gehabt zu haben, in denen ich langsam zurückfahren durfte, mit Schiff, Bus und Bahn. Ein wenig Zeit, um das zu reflektieren, was in einem Jahr geschehen ist. Was habe ich gelernt? Was nehme ich mit? Welche Fragen regen sich in mir?
Ich hatte 10 Tage und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Es ist schön hier. Ich mag Deutschland. Freunde sehen. Familie treffen. Deutsch sprechen. Deutsche Brötchen und deutsches Brot. Das Leben nimmt wieder Fahrt auf, wenn auch langsam. Bald geht es für mich nach Leipzig, denn dort werde ich mein Hauptstudium fortsetzen. Mietvertrag, Möbel, Umzug. Vieles ist zu planen und doch mag ich noch nicht wieder ganz hier sein. Will nicht einfach hinter mit lassen, was war. Will mehr als 10 Tage, um mich zu Fragen, was eigentlich passiert ist. Zum Glück habe ich Bilder, die noch nicht alle sortiert sind und Menschen, die mich fragen, wie ich die letzte Zeit erlebt habe.

Ich will gar nicht weiter davon schreiben, sondern gerne darüber sprechen. Wer auch immer daran interessiert ist, kann mich gerne fragen, Bilder sehen und hören, was ich erlebt habe.

Danke an alle, die hier fleißig mitgelesen haben. Danke für Gebete, Nachrichten und was auch immer alles.


Ich schließe das Ganze mit ein paar Gedankenfetzen, Stichworten über das, was mich noch weiter beschäftigen wird:
1) Was ist eigentlich das Judentum, mit dem wir (in dem Fall die evangelische Kirche) Dialog haben wollen? Sind es die orthodoxen, die aber bitte doch weltoffen, lieberal und feministisch sein sollen? Ihren Glauben leben, aber doch keine Theologie vertreten, in denen ihnen das Land in dem sie leben auch heute noch von Gott verheißen ist? Wollen wir auch mit den säkularen Juden reden oder lassen wir sie einfach unbedacht unter den Tisch fallen, wenn wir von jüdisch-christlichem Dialog reden?  Und was ist mit den Juden, die an Jesus glauben (Ja, auch das gibt es!) - sind das keine Juden mit denen wir reden wollen?
2) Ich habe Hebräisch gelernt.
3) Irgendwie hat doch jeder seine Mission. Bei den einen ist es das Evangelium Jesu (beiweilen auch an Juden), was sie der Welt wünschen, bei den anderen ist es Feminismus und bei den nächsten ein IPhone oder Ähnliches. Warum ist manches gesellschaftlich akzeptiert und anderes nicht?
4) Es ist nicht einfach Ausländer zu sein, selbst wenn die Leute freundlich sind.
5) Wie sähe es wohl in Deutschland auf den Straßen aus, wenn alle Christen ein sichtbares Symbol wie die Kipa tragen würden? Und warum ist Religion in Israel etwas ao alltägliches, was einem ständig begegnet, hier in Deutschland aber oft ein Tabuthema, "Privatsache"?
6) Wieso werden so viele auf einmal zu Idioten, wenn es um Israel und Palästina geht? Kaum einer in Deutschland kann verstehen, was es heißt Jahrhunderte lang immer verfolgt zu werden (Juden) und kaum einer kann verstehen, was es heißt von allen verraten und vergessen zu werden (palästinensische Flüchtlinge) und doch meinen so viele zu wissen, wie der Laden läuft oder eigentlich zu laufen hätte.
7) Paulus lebte in einer gedanklich ziemlich anderen Welt als wir.
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